Selen Dosierung & Einnahme: Alles was Sie wissen müssen

Die richtige Selen Dosierung und eine bewusste Einnahme entscheiden darüber, wie gut Ihr Körper das essenzielle Spurenelement Selen verwerten kann. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt der empfohlene Schätzwert für die Zufuhr von Selen ab 15 Jahren 70 µg pro Tag für Männer und 60 µg pro Tag für Frauen [1]. Viele Menschen in Österreich erreichen diese Menge jedoch nicht – nicht zuletzt, weil die Böden in Mitteleuropa eher arm an Selen sind. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie viel Selen am Tag sinnvoll ist, wann der beste Zeitpunkt für die Einnahme ist, welche Wechselwirkungen Sie beachten sollten und ab welcher Menge eine Überdosierung droht.

Infografik: Selen-Dosierung auf einen Blick – Referenzwert 60–70 µg, therapeutisch 200 µg, EFSA-Obergrenze 255 µg pro Tag
Infografik – Selen Dosierung im Überblick

Wie viel Selen pro Tag benötigt der Körper?

Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper selbst nicht bilden kann. Die Zufuhr muss daher täglich über Selenhaltige Lebensmittel oder – bei Bedarf – über Nährstoffpräparate erfolgen. Der Tagesbedarf an Selen variiert je nach Alter, Geschlecht und Lebensphase.

Welche Referenzwerte für Selen gibt die DGE an?

Die Referenzwerte für Selen basieren auf den D-A-CH-Empfehlungen von DGE, ÖGE und SGE [1]:

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine sichere Zufuhr im Bereich von 70 bis 255 µg Selen täglich für Erwachsene [2].

Erreichen wir den Tagesbedarf über die Nahrung?

In Mitteleuropa ist die Selenversorgung oft grenzwertig. Der Selengehalt der Böden ist hier gering, weshalb Getreide, Obst und Gemüse nur wenig Selen enthalten. Tierische Lebensmittel wie Fleisch und Eier liefern zwar mehr Selen, weil Futtermittel häufig mit Selen angereichert werden – dennoch liegt die durchschnittliche Aufnahme von Selen in Deutschland laut älteren Erhebungen bei rund 47 µg pro Tag bei Männern und 38 µg pro Tag bei Frauen [3]. Das bedeutet: Viele Menschen nehmen über die Ernährung nicht genug Selen auf, um die DGE-Referenzwerte zu erreichen.

Wer hat einen höheren Tagesbedarf an Selen?

Bestimmte Personengruppen haben einen erhöhten Bedarf oder ein höheres Risiko für eine Unterversorgung mit Selen:

  • Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen: Die Schilddrüse ist das selenreichste Organ des Körpers. Bei Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow wird in Studien häufig eine tägliche Zufuhr von 200 µg Selen in Form von Natriumselenit eingesetzt [4].
  • Vegetarierinnen und Veganer: Pflanzliche Lebensmittel aus Europa sind eher arm an Selen. Wer auf tierische Lebensmittel wie Fleisch und Eier verzichtet, nimmt oft nur sehr geringe Mengen an Selen auf.
  • Stillende Frauen: Um den Selenverlust über die Muttermilch auszugleichen, empfiehlt die DGE 75 µg pro Tag [1].
  • Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen: Bei dauerhaft erhöhtem oxidativem Stress kann ein höherer Tagesbedarf an Selen bestehen.
  • Ältere Menschen: Die Aufnahme von Selen im Darm nimmt mit dem Alter ab.

Für Schwangere gibt die DGE keinen höheren Referenzwert an, da der zusätzliche Bedarf gering ist [1]. Dennoch sollten Schwangere eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln stets mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

Wie erkenne ich einen Selenmangel?

Ein Selenmangel entwickelt sich meist schleichend. Typische Anzeichen können Müdigkeit, eine erhöhte Infektanfälligkeit, brüchige Haare und Nägel sowie weiße Flecken auf den Fingernägeln sein. Ein langanhaltender, schwerer Mangel an Selen wird in Extremfällen mit Krankheiten wie der Keshan-Krankheit – einer Erkrankung des Herzmuskels – in Verbindung gebracht, die allerdings fast ausschließlich in Regionen mit stark selenarmen Böden auftritt [1].

Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, lässt sich über eine Blutuntersuchung klären. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) definiert Werte unter 80 µg/l Selen im Serum beziehungsweise unter 100 µg/l im Vollblut als Mangel. Die Vollblutmessung spiegelt die Langzeitversorgung besser wider und wird daher oft bevorzugt.

Wie sollte Selen eingenommen werden?

Die richtige Einnahme ist entscheidend, damit das Spurenelement Selen optimal vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann. Produkte wie selenase® 100 XL enthalten Selen in Form von Natriumselenit und sind auf eine einmal tägliche Einnahme ausgelegt.

Wann am Tag ist der beste Zeitpunkt für die Seleneinnahme?

Empfohlen wird, Selen morgens nüchtern mit Wasser einzunehmen – etwa eine Tablette vor dem Frühstück oder am späten Vormittag mit ausreichend zeitlichem Abstand zu den Hauptmahlzeiten. Der Grund: Bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung (insbesondere Vitamin C, siehe unten) können die Bioverfügbarkeit von Natriumselenit beeinträchtigen. Wer die morgendliche Einnahme vergisst, kann sie auch später nachholen – wichtiger als die genaue Uhrzeit ist die Regelmäßigkeit.

Warum sollten Natriumselenit und Vitamin C nicht gleichzeitig eingenommen werden?

Vitamin C reduziert Natriumselenit zu einer schlecht resorbierbaren Form – die Aufnahme von Selen wird dadurch deutlich verringert [5]. Halten Sie daher einen zeitlichen Abstand von mindestens einer Stunde zwischen der Einnahme von Natriumselenit und Vitamin C-haltigen Präparaten oder Säften (z. B. Orangen- oder Multivitaminsaft) ein. Natürlicher Vitamin-C-Gehalt in normalen Lebensmitteln spielt dagegen meist keine relevante Rolle.

Kann ich Selen zusammen mit Zink oder anderen Nährstoffen einnehmen?

Die Kombination von Selen und Zink ist unproblematisch und wird häufig genutzt, weil beide Spurenelemente zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen. Auch Magnesium, Vitamin D oder B-Vitamine lassen sich zeitgleich mit Selen einnehmen, ohne dass Wechselwirkungen bekannt sind [5]. Einzig bei Vitamin C und – wegen der gleichzeitigen Einnahme von L-Thyroxin bei Schilddrüsenerkrankten – ist ein zeitlicher Abstand sinnvoll.

Welche Selenform ist am besten? Natriumselenit vs. Selenmethionin

Selen in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in zwei Hauptformen: als anorganisches Selen (Natriumselenit) oder als organisches Selen (meist Selenmethionin aus Selenhefe). Beide Formen haben eine gute Bioverfügbarkeit – doch sie verhalten sich im Körper unterschiedlich.

Natriumselenit wird schnell resorbiert und bedarfsgerecht in die körpereigenen Selenoproteine – also in jene Enzyme, die beispielsweise die Zellen vor oxidativem Stress schützen oder die Schilddrüsenhormone aktivieren – eingebaut. Überschüssiges Selen wird effizient über den Urin ausgeschieden. Genau darin liegt der Vorteil von Natriumselenit gegenüber Selenmethionin: Letzteres wird aufgrund seiner chemischen Ähnlichkeit zur Aminosäure Methionin unspezifisch in Körperproteine eingebaut und kann sich bei Langzeiteinnahme in Geweben anreichern. Natriumselenit gilt daher bei regelmäßiger, längerer Einnahme von Selen als die körpergerechtere Variante.

Die Produkte selenase® 100 XL und selenase® 200 XXL enthalten ausschließlich Natriumselenit-Pentahydrat in pharmazeutischer Qualität. Beide Präparate sind vegan, glutenfrei, laktosefrei, hefefrei und ohne Konservierungsstoffe – und in österreichischen Apotheken erhältlich.

Welche Dosierung ist bei welchem Bedarf sinnvoll?

Die passende Dosierung hängt vom individuellen Selenstatus und vom Grund der Einnahme ab. Im Zweifelsfall sollte die Dosierung ärztlich abgeklärt werden:

  • Zur Ergänzung einer selenarmen Ernährung: 100 µg Selen pro Tag, etwa in Form einer Tablette selenase® 100 XL, können helfen, den Referenzwert zuverlässig zu erreichen.
  • Bei diagnostiziertem Selenmangel oder erhöhtem Bedarf (z. B. Hashimoto): In Studien werden häufig 200 µg Selen pro Tag als Natriumselenit eingesetzt [4]. Hier kommt selenase® 200 XXL infrage, das zudem teilbar ist und so auch eine individuelle Anpassung ermöglicht.
  • Zur langfristigen Erhaltung nach Behebung eines Mangels: Oft wird anschließend wieder auf 100 µg pro Tag reduziert.

Eine Seleneinnahme über mehrere Monate sollte idealerweise begleitend zu regelmäßigen Blutkontrollen erfolgen, um eine Überversorgung zu vermeiden.

Ab welcher Dosis spricht man von einer Überdosierung?

Zu viel Selen wirkt toxisch. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen tolerierbaren oberen Grenzwert für die tägliche Zufuhr von 255 µg Selen für Erwachsene festgelegt [2]. Bis zu diesem Wert gilt eine dauerhafte Einnahme als sicher. Eine kurzfristige, ärztlich begleitete Überschreitung (z. B. 300 µg in therapeutischem Kontext) ist in Einzelfällen möglich, dauerhafte Zufuhrmengen deutlich über 300 µg sind jedoch zu vermeiden.

Woran erkennt man eine Selenose?

Typische Anzeichen einer chronischen Überdosierung (Selenose) sind:

  • knoblauchartiger Mund- und Körpergeruch
  • Haarausfall und brüchige, verformte Fingernägel
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Hautveränderungen
  • neurologische Beschwerden wie Reizbarkeit oder Müdigkeit

Natriumselenit hat hier einen strukturellen Vorteil: Weil überschüssiges Selen aus Natriumselenit effizient über den Urin ausgeschieden wird und sich nicht unspezifisch im Gewebe einlagert, ist das Risiko einer schleichenden Akkumulation bei sachgemäßer Dosierung gering.

Häufig gestellte Fragen zur Selen Dosierung & Einnahme

Wie lange darf ich Selen einnehmen?

Bei gesicherter Indikation (z. B. nachgewiesener Selenmangel) wird Selen häufig kurmäßig über 3 bis 6 Monate eingenommen. Danach empfiehlt sich eine Kontrolle des Selenspiegels. Für eine tägliche, niedrig dosierte Ergänzung – zum Beispiel zur Unterstützung bei ernährungsbedingt geringer Zufuhr – gibt es keine starre Zeitgrenze, solange die DGE- und EFSA-Empfehlungen eingehalten werden.

Muss ich Selen wirklich nüchtern einnehmen?

Empfohlen wird die nüchterne Einnahme von Natriumselenit, weil reduzierende Stoffe in der Nahrung (insbesondere Vitamin C) die Verfügbarkeit verringern können. Ein Abstand von rund einer Stunde zu Mahlzeiten und Vitamin-C-Präparaten reicht in der Regel aus.

Kann ich Selen in der Schwangerschaft einnehmen?

Die DGE sieht bei Schwangeren keinen erhöhten Referenzwert vor. Da eine ausreichende Versorgung mit Selen dennoch wichtig ist und viele Frauen die Zufuhr über die Nahrung nicht erreichen, kann eine Ergänzung sinnvoll sein – unbedingt nach Rücksprache mit Ärztin oder Arzt.

Was ist mit Paranüssen – reicht das nicht?

Paranüsse sind zwar besonders reich an Selen, der Selengehalt schwankt jedoch extrem stark (0,03 bis über 500 mg/kg Frischgewicht). Zudem können Paranüsse natürliche radioaktive Substanzen wie Radium enthalten, weshalb ein übermäßiger Verzehr nicht empfohlen wird. Eine zuverlässige, präzise dosierte Zufuhr ist über ein Apothekenpräparat besser steuerbar.

Was passiert, wenn ich eine Einnahme vergesse?

Einmaliges Vergessen ist unproblematisch – nehmen Sie die nächste Dosis einfach am darauffolgenden Tag wie gewohnt ein. Eine doppelte Dosis sollte nicht eingenommen werden.

Fazit: Richtig dosiert, zuverlässig wirksam

Selen wirkt im Körper als Bestandteil wichtiger Enzyme, schützt Zellen vor freien Radikalen und trägt zur normalen Funktion von Schilddrüse und Immunsystem bei. Damit das Spurenelement seine Wirkung voll entfalten kann, kommt es auf drei Dinge an: die richtige Menge (60–70 µg pro Tag als Basis, bis maximal 255 µg bei Bedarf), den passenden Einnahmezeitpunkt (morgens nüchtern, mit mindestens einer Stunde Abstand zu Vitamin C) und die geeignete Selenform. Mit Natriumselenit in selenase® 100 XL oder – bei erhöhtem Bedarf – selenase® 200 XXL stehen Ihnen zwei bewährte Selenpräparate aus der österreichischen Apotheke zur Verfügung.

Quellen

[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Selen. Online: dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/selen/

[2] EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA): Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level for Selenium. EFSA Journal, 2023.

[3] Gesundheitsportal der Republik Österreich: Selen – Bedarf, Quellen und Mangel. Online: gesundheit.gv.at

[4] Gärtner, R. et al.: Selenium Supplementation in Patients with Autoimmune Thyroiditis Decreases Thyroid Peroxidase Antibodies Concentrations. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 87(4), 2002.

[5] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Selen: Der Gehalt in pflanzlichen Lebensmitteln schwankt von Region zu Region – FAQ, Stand 2025.

Hand hält eine weiße Tablette neben einem Glas Wasser – richtige Selen-Dosierung und Einnahme